Wittlicher Straße 2,
13088 Berlin
Pankow
Stadtteil Weißensee


Friedpark Friedhof Adass Jisroel

Der Gemeindefriedhof der Israelitischen Synagogen-Gemeinde Adass Jisroel zu Berlin ist in der Wittlicher Straße (ursprünglich: An der Falkenberger Chaussee) und wurde 1880 eröffnet. Auf dem kleinen jüdischen Friedhof, der 2,09 ha groß ist, gibt es ungefähr 3.000 Grabstellen. Das Grundstück wurde 1873 von der neu gegründeten Gemeinde Adass Jisroel erworben im weit vor den Toren der Stadt liegenden Weißensee.
Am 28. Juli 1876 trat das Austrittsgesetz in Kraft, demzufolge konnten die Verstorbenen dieser Gemeinde nicht mehr auf den Friedhöfen der Hauptgemeinde beerdigt werden.

Abrahm Michelson (Grablage: Feld A, Reihe 1, Nr.2) wurde als Erster am 24.02.1880 bestattet.

Parallel fanden ebenfalls die ersten Beisetzungen auf dem Jüdischen Friehof in Weißensee, nur ungefähr 2 Kilometer entfernt, statt.

Auf dem Friedhof Adass Jisroel befinden sich auch die Grabstellen von:

Gustav Hirsch (Gemeindemäzen und Inhaber des Messingswerkes "Hirsch Kupfer" in Finow/bei Eberswalde,
Dr. Esriel Hildesheimer (Rabbiner der Gemeinde) und seine Söhne Hirsch und Meier Hildesheimer,
Jakob Plessner (Bildhauer, er hatte für die Deutsche Bücherei in Leipzig die Skulptur "Bücherwurm" geschaffen),
Jakob Wagner (Buchdrucker) und
Siegmund Breitbart (Artist, war unter dem Namen "Eisenkönig" in Amerika bekannt und galt als "Stärkster Mann der Welt" beim Zirkus Busch).

Die Geschichte der Gemeinde Adass Jisroel ist eng mit Dr. Esriel Hildesheimer (20.05.1820-12.07.1899) verbunden. Er war ihr erste Rabbiner und Begründer der modernen Orthodoxie. Weitere Verdienste von ihm waren unter anderem die Gründung des Rabbinerseminars zu Berlin (1873)- dem ersten orthodoxen Seminar in Deutschland -, Aufbau der Zeitung "Jüdische Presse" (1870) sowie Aufbau des "Palästina Vereins" (1872). Leider konnte er seinen Traum, die Übersetzung der Tora zu veröffentlichen, nicht umsetzen.

Die in der Zeit des Nationalsozialismus geschändeten Thorarollen wurden in der letzten durchgeführten Bestattung der Erde übergeben.

Erst Mitte der 1980er Jahre wurde der Friedhof unter Mithilfe von Angehörigen und Freiwilligen rekonstruiert, Grabsteine zusammengefügt und aufgerichtet. Im Juni 1986 konnte der Friedhof wieder eröffnet werden. Die sanierte Trauerhalle wurde im Jahre 1991 eingeweiht, da sie im 2.Weltkrieg stark beschädigt wurde.
Unterdessen beteiligt sich jedes Jahr auch "Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V." an der Pflege und Erhaltung des Gemeindefriedhofes.

Der Gemeindefriedhof Adass Jisroel ist momentan nur für Personen zugänglich, die ihre Gräber besuchen möchten, da er als nicht verkehrssicher gilt.

Aus diesem Grund haben wir bedeutende historische Persönlichkeiten auf dieser Seite erwähnt.



Keine Gedächtnisstätte angelegt

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