Klosterstraße 65/67,
10179 Berlin
Mitte


Friedpark Alter Parochialfriedhof

Der Alte Parochialfriedhof hat eine Fläche von 3290 m² und ist damit eine der kleinsten Begräbnisstätten Berlins. Vom Typ her handelt es sich um einen Dorfkirchhof, der schon seit dem Jahre 1705 besteht und deshalb zu den ältesten noch erhaltenen Kirchhöfen Berlins gehört. Im Jahr seiner Inbetriebnahme erfolgte gleichzeitig die Einweihung eines Kirchenneubaus für die evangelische Parochialgemeinde, der nach Plänen von Johann Arnold Nering, mit einigen Änderungen, im Laufe von zehn Jahren entstanden war.
Bekannt geworden ist diese Kirche durch ihr besonderes Glockenspiel im später fertiggestellten Turm(1715) mit seinen 37 Einzelglocken. Das Gotteshaus und der Kirchhof waren zugleich die ersten Einrichtungen ihrer Art in Berlin, die ausschließlich für Anhänger der reformierten Kirche geschaffen wurden.
Nach der offiziellen Schließung der Begräbnisstätte im Jahre 1854 sind nur noch vereinzelt Bestattungen vorgenommen worden. Zuletzt hat man hier 1945 zwei Kriegsopfer beerdigt. Mit den vorhandenen Unterlagen können für diese kleine Begräbnisstätte über 5500 Beerdigungen nachgewiesen werden, darunter bekannte Persönlichkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts. Einige Beisetzungen fanden auch in der Kirchengruft statt, wo sich 30 Grabkammern befinden. Desweiteren existiert eine Gemeinschaftsgruft, in die einige Gebeine umgebettet worden sind, deren Grabstellen 1888 dem Straßenbau zum Opfer fielen.
Größere Umgestaltungen des Kirchhofes gab es dann wieder 1936 sowie im Zusammenhang mit der Zerstörung der Kirche im Jahre 1944. Ihre gründliche Restaurierung wurde erst 1988 begonnen und 2003 abgeschlossen.
Auf dem ebenfalls sanierten Kirchhof findet man heute noch zahlreiche alte Grabtafeln, viele gusseiserne Kreuze, einige imposante Grabstellen und zwei Mausoleen vor.
Das Gesamtensemble des Kirchengeländes mit seinen Grabanlagen und den Bauwerken (darunter ein Barockbau von 1708 und Teile der mittelalterlichen Stadtmauer) stehen heute, als Objekte mit hoher kultur- und kunstgeschichtlicher Bedeutung, unter Denkmalschutz.



3 Gedächtnisstätten angelegt

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