Wittestraße 37,
13509 Berlin


Friedpark Friedhof der Heiligen Konstantin und Helena Kirche

Im Mai 1893 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung der ältesten Kirche der Russisch-Orthodoxen Gemeinde in Berlin, ausschließlich aus Spenden finanziert. Dem Vorbild - auch in der Einrichtung - der Basilius-Kathedrale in Moskau nachempfunden, wurde diese vom Berliner Architekten Albert Bohm entworfen. Bereits ein Jahr später konnte der beeindruckende Bau mit den fünf kleinen blauen Kuppeln eingeweiht werden.

Der Friedhof mit ca. 2 Hektar wurde zeitgleich um die Kirche herum auf Anraten des Zaren Nikolaj II. angelegt. Viertausend Tonnen Erde aus Russland wurden auf dem Friedhof aufgeschüttet, damit die Verstorbenen entsprechend der orthodoxen Tradition in heimatlicher Erde beigesetzt werden konnten.

Bauherr war der in Berlin 1890 gegründete Orden der „Vladimir-Bruderschaft“, dessen Ziel es war, bedürftigen russischen Staatsangehörigen aller christlichen Religionen sowie Orthodoxen aller Nationalitäten durch Wohltätigkeit zu helfen. Unter den Geldgebern befanden sich sowohl Studenten als auch Großindustrielle, darunter auch Angehörige der jüdischen Konfession.


Das „Schattendasein“ der ersten Jahrzehnte wurde durch die Oktoberrevolution 1917 abgelöst, als zahlreiche russische Exilanten nach Berlin strebten. Der Friedhof diente nun auch als letzte Ruhestätte Mitgliedern des russischen Hochadels, ranghohen Offizieren sowie Künstlern und Intellektuellen. Auf dem Friedhofsgelände stand aber auch jahrelang eine Baracke für ärmere Flüchtlinge.

Neben prachtvollen Erbbegräbnisstätten finden sich auch einfache Gräber, darunter u. a. für in der Kriegsgefangenschaft der beiden Weltkriegen verstorbene Soldaten – zwei Gedenkstätten erinnern daran sowie auch das Eingangstor mit den neun Glocken.

Der am Ende des Zweiten Weltkriegskriegs stark beschädigte und vernachlässigte Friedhof verlor zunehmend an Bedeutung. Das änderte sich wiederum mit der Migrationswelle nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums. Mit Hilfe von Spendengeldern wurde die Kirche im Jahre 2005 umfassend restauriert, deren Kuppel zwischendurch einzustürzen drohte – verhindert durch die finanzielle Hilfe des Senats 1998.

Der Friedhof und die Kirche stehen heute unter Denkmalschutz.



5 Gedächtnisstätten angelegt

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