Bahnhofstraße 2
14532 Stahnsdorf


Friedpark Südwestkirchhof Stahnsdorf

Der 1909 von Louis Meyer, dem Gartenbauingenieur der Berliner Stadtsynode angelegte parkähnliche Friedhof ist mit 206 ha Fläche der Zweitgrößte in Deutschland. Seine Anlage löste damals das Problem der immer knapper werdenden Begräbnisflächen in Berlin.
Da sich das Gelände weit vor den Toren der Stadt im brandenburgischen Stahnsdorf befand, wurde 1913 eine S-Bahn-Linie vom Bahnhof Wannsee aus gelegt, die bis zum Mauerbau 1961 in Betrieb war.
Durch die einzigartige Gestaltung und die Weitläufigkeit des Areals wurde der Südwestfriedhof schnell zu einem Begräbnisort berühmter Persönlichkeiten aus allen Bereichen des Lebens. Unter ihnen der Berliner Milieu-Zeichner Heinrich Zille, der Sozialdemokrat Rudolf Breitscheid und der Industrielle Werner von Siemens.
Viele der in ihrer Schönheit einzigartigen Grabstätten stehen unter Denkmalschutz.

Nach dem Ersten Weltkrieg legten die britische und italienische Regierung auf erworbenen Flächen Ehrenfriedhöfe an. Hier liegen in deutscher Kriegsgefangenschaft verstorbene Soldaten und Offiziere ihrer Armeen.
Auch für die deutschen Gefallenen ist ein Denkmal errichtet worden.
In einem „Neuen Ehrenhain“ findet man sieben Grabstätten von Opfern nationalsozialistischer Gewaltherrschaft.

Mit der Teilung Deutschlands verlor der in der DDR gelegene Friedhof an Bedeutung.
Bestattungen West-Berliner Personen fanden hier ab 1961 nur noch in Ausnahmefällen statt und auch Besuche durch Bürger aus West-Berlin waren erst ab 1972 wieder möglich.
Die Ruhe und Abgeschiedenheit des Friedhofareals führten zur Entwicklung eines Öko-Refugiums, in dem 600 Tier- und Pflanzenarten ihre Heimat fanden.

Ein Besuch dieses einzigartigen Waldparkfriedhofs lohnt somit in vielerlei Hinsicht.



20 Gedächtnisstätten angelegt

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