Zossener Straße,
10961 Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Stadtbezirk Kreuzberg


Friedpark Jerusalems- und Neue Kirche, Friedhof I

Mitten in Berlin, ganz in der Nähe der U-Bahn-Station Mehringdamm, befinden sich die Friedhöfe vor dem Halleschen Tor. Diese wurden auf Grund einer Mitteilung des Magistrates vom 24. September 1735 angelegt, in der den Kirchengemeinden der Friedrichstadt- Teil der 1709 per Dekret des Königs geschaffenen Einheitsgemeinde Berlin- mitgeteilt wurde, dass sie fortan ihre Friedhöfe auf einem Gottesacker vor dem Halleschen Tor und damit außerhalb der damaligen Stadtmauern anzulegen haben. Die Jerusalems- und die Neue Kirche (auch Deutsche Kirche), beide am Gendarmenmarkt gelegen und durch Pfarrsystem verbunden, folgten dieser Weisung und legten noch im gleichen Jahr den ersten gemeinsamen Friedhof an, der dann nach notwendig gewordenen Erweiterungen als Friedhof I der Jerusalems-und Neuen Kirche bezeichnet wurde.
Zunächst als "Armenfriedhof" errichtet, ist diese Begräbnisstätte einer der ältesten und kulturhistorisch bedeutendsten Friedhöfe Berlins, zudem einer der ersten in Berlin, der nicht um eine Kirche herum angelegt wurde. Sein Ruf, aber auch die entfernte Lage sowie der unkultivierte Zustand schreckten viele ab, ihre Angehörigen hier zu beerdigen. Dies änderte sich bereits wenige Jahre später, als das Gelände bepflanzt und Wege sowie Alleen angelegt wurden, als Abgrenzungen Mauern entstanden und der Wandel der Bestattungsbräuche eine neue Grabkultur hervorbrachte.
Das heutige Bild des Friedhofs wird wesentlich durch die einschneidenden Veränderungen des 20. Jahrhunderts geprägt. Die ursprüngliche Anlage lässt sich höchstens noch erahnen, denn durch die Verbreiterung der Zossener Straße im Osten, den Durchbruch der Blücherstraße im Norden sowie die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche wertvolle Grabdenkmäler vernichtet oder beschädigt. Trotzdem erschließt sich dem Betrachter bei einem Spaziergang auch heute noch ein einzigartiges geschlossenes Bild des geistigen Berlins von der Zeit Friedrichs des Großen bis in die jüngste Vergangenheit. Der gesamte Komplex ist als Gartendenkmal geschützt.



29 Gedächtnisstätten angelegt

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