Friedpark: Parkfriedhof Lichterfelde
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Ernst Oppler

geboren am: 19.09.1867
gestorben am: 01.03.1929

 

Maler, Radierer
 
Ernst Oppler (der ältere Bruder von Alexander Oppler) wurde am 19. September 1869 als Sohn des angesehenen jüdischen Architekten Edwin Oppler in Hannover geboren. Er studierte in München bei Karl Raupp und Nikolaus Gysis sowie bei dem Radierer, Genre- und Landschaftsmaler Ludwig von Löfftz Malerei. Danach zog O. zur weiteren Ausbildung nach London um; im Jahre 1901 beschäftigte er sich in Holland mit der Landschaftsmalerei.

Unter dem Einfluß der deutschen Impressionisten, besonders von Max Liebermann, änderte sich zwischen 1901 und 1905 Opplers Malstil. Dieser ging von einer gedämpften Tonmalerei zu einer farbintensiveren Lichtmalerei über. I. Wirth sagte über ein Bild des Künstlers, das im Besitz einer Berliner Galerie ist: „Sein 'TENNISTURNIER IN WESTENDE' von 1912 ist in seiner Hellmalerei und in der Fixierung eines Momentausdrucks reiner deutscher Impressionismus“. Während der oben genannten Zeit pflegte Ernst Oppler einen festen Kontakt zu dem deutschen impressionistischen Maler Paul Baum, welcher, so wie er, in Holland als Freiluftmaler arbeitete. Durch diese Verbindung war es ihm möglich, 1905 in die Reichshauptstadt Berlin umzuziehen und den Weg in die Berliner Kunstszene zu finden. Oppler wurde Mitglied der von Max Liebermann und Leistikow 1898 gegründeten Berliner Secession. Bis 1912 beteiligte er sich ständig an deren Ausstellungen und gehörte zu den Künstlern, die Kaiser Wilhelm II. verhöhnte.

Ernst Oppler wurde ein angesehener und begehrter Portraitist. Die Stadt Berlin verdankt ihm in großem Maße Lithographien und Radierungen, die das zeitgemäße Leben in der Großstadt widerspiegeln. Er stellte die Welt des Theaters und Balletts dar und hielt seine Eindrücke von den tänzerischen Darbietungen gleich während des Theaterbesuches fest. Speziell dafür hatte Oppler einen beleuchteten Zeichenstift erfunden, welcher ihm das Skizzieren im Dunkeln erlaubte.

Der Maler genoss zu Lebzeiten internationalen Ruf. Er schuf Illustrationen, wie Radierungen zu Schillers „Der Geisterseher“ (1922), zu E.T.A. Hoffmanns Musikalischen Novellen (1923) und für Oscar Wildes „Florentiner Tragödie“. Das Bild „Lesende Kinder“ erwarb die (alte) Berliner Nationalgalerie. Weitere Werke befinden sich in Museen von Venedig, München, Hannover, Wiesbaden, Mannheim und Oldenburg. Opplers Nachlass wird im Kölner Tanzarchiv verwahrt. Im Museum Neue Galerie (in Kassel) ist ein Portrait von Ernst Oppler – gemalt von Lovis Corinth – ausgestellt.

Ernst Oppler starb am 1. März 1929 im Alter von 62 Jahren in Berlin und wurde auf dem Parkfriedhof Lichterfelde bestattet.
Grablage: Fiw-245